Immer mehr und ausgefeiltere Technik prägt unser Leben von heute. Doch die Erde und die Natur leiden. Wo ist unsere gesunde Beziehung zur stofflichen Welt?
In dieser Aufstellung ging es weiter um die Heilung des Wurzelchakras bei uns und im Kollektiv.
Zwischen materialistischer Beherrschung der Materie und buddhistischer Weltflucht bewegte sich diesmal die gesellschaftliche Aufstellung – als zwei Seiten einer Medaille. Welche Angst und welcher Schmerz treibt auf der einen Seite das Streben des Menschen an, die äußere, materielle Welt unter Kontrolle zu bekommen? Wie fühlt es sich dagegen an, als buddhistischer Mönch sich mit dem Nirvana zu verbinden, aber was fehlt dabei?
Ursprüngliches Thema der Aufstellung war die Frage, was es braucht, damit die äußere Welt in Verbindung mit den anderen Dimensionen wie dem Fühlen, den feinstofflichen Ebenen, der Ebene des göttlichen Lichts etc. kommen kann.
Schon in der Eingangsmeditation war unser Wurzelchakra zu spüren und ein Feld drückender Schwere darin. Es war das Gefühl, in der materiellen Welt wie gefangen zu sein mit den Lasten, die das Leben uns dort auferlegt.
Aufstellungsbeginn: Wir (Teilnehmer/Menschen), die äußere, materielle Welt im Bereich des Menschen, die Macht, die sie beherrscht, ihre Verbindung in andere Dimensionen, die wir uns wünschen
Die materielle Welt wird von der Macht des Menschen beherrscht. (Heute mehr als je zuvor). Sie leidet darunter, fühlt sich unfrei und wie versklavt. Wenn sie frei wäre, würde sie uns einladen, in ihr zu sein und an ihrem Leben teilzuhaben. Aber so hat sie keine Wahl und keine Freiheit.
Wir wünschen uns die Verbindung der äußeren, materiellen Welt mit den anderen, lichtvollen Dimensionen, aber die Macht sitzt ihr fest im Nacken. Sie schafft dadurch das drückende, dichte und schwere Feld, das schon in der Eingangsmeditation in unserem Wurzelchakra zu spüren war. Zu Füßen der äußeren Welt kommt auf dem Boden etwas zu liegen, was sich als Opfer in diesem System zeigt und sehr leidet.
Der starke Wunsch des Menschen, die Materie unter seiner Kontrolle zu halten, wird angetrieben von einer Angst und einem Schmerz in ihm. Er ist in dem Feld, das sich hier zeigt, in einem Materialismus gefangen. Die äußere Wirklichkeit ist für ihn alles und sie loszulassen ist bei ihm assoziiert damit, ins Nichts zu fallen. "Sterben und von den Würmern gefressen werden." Er klammert sich darum an die Materie. Der Schmerz in ihm kommt von der Erfahrung, keine Verbindung zu haben außer zur Materie und mit deren Verlust im Tod alles zu verlieren.
Wir stellen das Nichts (das alles werden kann) und das Alles (die verwirklichten Möglichkeiten) dazu.
Sie sind wie Yin und Yang, Shakti und Shiva – Urprinzipien, die hinter allem stehen.
Yang/Alles sagt zu der Angst: „Die äußere Welt ist nicht alles. Ich bin alles." Die Angst, mit dem Loslassen der materiellen Dimension ins Nichts zu fallen, kann sich nun lösen und der alte Verlustschmerz heilen, indem wir ihm einen fühlenden, heilsamen Raum geben.
Der harte Griff des Menschen auf die Materie lockert sich bereits, aber das Opfer dieses Feldes liegt noch leidend auf dem Boden. Etwas hindert noch die Lösung. Als Hindernis zeigt sich hier ein Anteil des Menschen, der sich wie ein buddhistischer Mönch anfühlt. Wie ein Buddha ruht er in sich selbst und ist ohne Anbindung an die äußere Welt. Stattdessen ist er in tiefer Meditation und eins mit dem Nichts – dem Nirvana. Sein buddhistisches Ziel ist es, dem Leiden der äußeren Welt zu entfliehen, das Rad der Wiedergeburt zu beenden und nicht mehr auf der Erde zu inkarnieren, sondern in das Nirvana einzugehen, dem Nichts. Das Gefühl dort ist sehr erhaben, weit, groß, souverän und auf eine Weise unbeschreiblich.
Aber etwas stimmt dabei nicht. Es gibt ein Opfer beider Konstrukte des Menschen – dem Macht-über-die-Materie-Konstrukt und dem der-Materie-entfliehen-Konstrukt. Es liegt ja bereits auf dem Boden und zeigt sich als die Gefühle und die tiefe, fühlende Verbindung mit der Erde und den feinstofflichen Ebenen der materiellen Welt.
Die fühlende Verbindung mit der Materie ist voller Wut auf den Mönchsaspekt im Menschen. Sie wurde von ihm verlassen und zurückgelassen.
Der buddhistische Mönch im Menschen wiederum floh vor dem Schmerz und Leiden, die er im Fühlen fand.
Auch der Aspekt im Menschen, der Macht über die Materie ausübt, will das Leiden beenden. Er aber dadurch, dass er die äußere Wirklichkeit beherrscht und optimiert.
Beide vergrößern aber genau dieses Leiden in der Gefühlsebene, weil sie aus dem Verstand heraus gelenkt sind und dabei immer und immer wieder die Gefühle übergehen und sie verdrängen statt zu heilen. Gerade aber ein Innehalten und liebevolles, heilendes Fühlen und Fließenlassen der Gefühle hat sich in der Aufstellung immer wieder als der echte Weg der Heilung und Lösung gezeigt.
Der Mönch findet in sich eine alte Erinnerung an eine Zeit auf der Erde, als das Leben in der äußeren Welt nicht Leiden bedeutet hat, sondern in Verbindung mit dem fühlenden Aspekt sehr, sehr schön gewesen war. Der Mensch hat den Mönchsaspekt und dessen gute Verbindung mit dem Nichts missbraucht, um dem Leid nach dem Verlust dieses Zustandes der Verbundenheit zu entkommen, statt tief in sich wieder heil zu werden. Dieser Missbrauch lässt den Mönch nun sehr wütend sein. Er erinnert sich, dass er ursprünglich gut mit den Gefühlen, den Naturwesen, der Materie und der Erde verbunden war. Auch spürt er nun, dass der Verstand beim Menschen viel zu viel und einseitig Gewicht erhalten hat.
Der Mensch erkennt dies nun auch und entscheidet sich, sich der fühlenden Verbindung mit der Materie zuzuwenden. Er nimmt sie in den Arm und weist nun energisch alles zurück, was ihn wieder von diesem Fühlen wegbringen will.
Am Ende sind der weiblich fühlende Aspekt und der männlich verstandesgeprägte Mönch harmonisch miteinander verbunden.
Ebenso können sich das Nichts und das Sein, Yin und Yang, Shakti und Shiva nun auf der Erde miteinander verbinden.
Die Macht des Menschen kann nun mit Liebe, Verbundenheit und Weisheit die äußere Welt gestalten und die äußere, materielle Welt fühlt sich von der schweren, drückenden Last befreit an.