Mit der Freiheit, die das Menschsein kennzeichnet, ist verbunden, dass wir alle Licht und Schatten sind.
Während manche Menschen skrupellos ihr Ego leben, ohne Rücksicht auf andere, haben viele, gerade wir spirituelle Menschen, das Ideal, "gut" zu sein, und sehen uns selbst oft auch als "gute" Menschen. Unsere Seele ist aber größer als unser jetziges bewusstes Leben. Sie enthält auch Seelenanteile und Inkarnationen, in denen wir ganz anders ausgerichtet waren.
Wir sind auch nicht auf der Erde, um nur "gut" zu sein, sondern um Erfahrungen in Licht und Schatten zu sammeln. Wenn wir all diese Erfahrungen bejahen, können wir zu einer gereiften Freiheit in einer neuen Entwicklungsstufe als Mensch kommen.
In der Aufstellung heute hat sich gezeigt, wie wir das Negative in unserer gegenwärtigen Welt noch beständig selbst erschaffen, indem wir das Dunkle in uns verdrängen, statt es auch zu bejahen und zu integrieren.
Pandemie, Ukraine-Krieg, Inflation, Umweltzerstörung, globaler Machtkampf, jetzt der Krieg im Iran. Ausgangspunkt der Aufstellung war die Frage, warum zerstörerische Ego-Kräfte die Welt immer noch maßgeblich bestimmen.
Aufstellungsbeginn: Wir Männer, wir Frauen, die (Ego-) Kräfte, die maßgeblich Politik und Weltgeschehen bestimmen.
Schlechte Politik als systemische Folge unserer energetischen "Müllhalde"
Die Frauen und Männer stehen sich mit einem gewissen Abstand im Raum gegenüber, die Ego-Kräfte sind in der Mitte, aber eher am Rand des Raumes.
Frauen: Mir fehlt hier die Unterstützung durch den Mann.
Männer: Ich gehe hier rast- und ruhelos umher und weiß nicht, was ich hier tun kann.
Ego-Kräfte: Ich sitze hier fest und sicher im Sattel. Zu mir fließt ganz viel Kraft und Macht.
In der Mitte des Raumes zeigt sich etwas, was hier bedeutend ist - wir stellen es auf. In der Mitte zeigt sich daraufhin eine Art energetische Müllhalde. Immer, wenn wir nicht fühlend und authentisch bei uns selbst sind, sondern von uns weg z. B. in den Verstand, in das Urteilen über andere etc. gehen, landet das, was wir nicht durchfühlen wollen, dort.
Wir pflegen auch ein bestimmtes Bild von uns selbst, mit dem wir uns selbst akzeptieren können: z. B. dass wir nicht so egoistisch sind, wie andere Menschen. Alle Anteile von uns, die nicht zu diesem unseren Selbstbild passen, landen auch in dieser energetischen Müllhalde.
Der heilsame Weg wäre es, wenn uns etwas Schlimmes in der Welt begegnet, uns selbst zu fühlen und wahrzunehmen, was in uns ausgelöst wird und diesen Gefühlen einen heilenden Raum zu geben. Darin steckt das Bewusstsein, dass das Außen um uns herum immer etwas von uns selbst ausdrückt. Und dass das Außen gut werden kann, je mehr wir in uns heil werden.
Auch gut ist, wenn wir regelmäßig nach unseren Schattenanteilen forschen, sie heilen und integrieren.
Aber die Versuchung ist groß, dies nicht zu tun und den scheinbar leichteren Weg von Unbewusstheit, Verdrängung, Ablenkung etc. zu gehen. Die Müllhalde wirkt darum in der Aufstellung wie eine Art Magnet, weil sie den scheinbar leichteren und naheliegenderen Weg ermöglicht.
Diese energetische Müllhalde nährt aber die zerstörerischen Ego-Kräfte. Solange diese Magnet-Müllhalde existiert, haben sie einen unumstößlichen, festen und sicheren Platz hier.
Diese Ego-Kräfte tragen eine Selbstablehnung und einen Selbsthass in sich. Sie verkörpern all die Aspekte von uns, in denen wir uns selbst ablehnen.
Eine unbewusste, kollektive Ablehnung unseres eigenen freien Ichs
Eigentlich sollten sie unser gesundes, freies Ich verkörpern. Aber darin ist die Selbstablehnung und Selbstverurteilung zu spüren, die wir uns selbst gegenüber, unserem Ich gegenüber, in uns tragen.
Wir fragen in der Aufstellung, wie lange diese Selbstablehnung und -verurteilung schon in uns ist. Als Antwort kam: seitdem wir als Seele aus dem lichtvollen Einssein im Göttlichen herausgetreten sind. Also schon sehr lange.
Bei den Frauen und Männern ist dieses Feld jeweils etwas unterschiedlich ausgeprägt. Z. B. ist der Mann unbewusst eher auf sich selbst und sein eigenes Tun wütend, während die Frau eher auf den Mann wütend ist.
Eine neue Entwicklungsstufe für unser Menschsein
Auf die Frage nach einer Lösung zeigt sich zunächst die höhere Ebene unseres Seins. Hier fühlen wir uns an als große, licht- und liebevolle Wesen.
Auf dieser Ebene haben wir ja dazu gesagt, als Mensch Erfahrungen von Verbundenheit und Trennung, von Liebe und Nicht-Liebe zu machen.
Aber der Weg führt nicht zurück zu diesem Ausgangspunkt, sondern nach vorne in einen neuen Entwicklungsschritt.
Dazu helfen uns Wesen, die bereits selbst diese Entwicklung durchgemacht haben und jetzt schon auf einer anderen Stufe sind. Sie zeigen sich als nächstes in der Aufstellung. Sie können uns ein Geschenk machen, das uns weiterhilft: nämlich den Impuls, uns selbst und alles, was wir sind, gemacht und erfahren haben, Lichtvolles und Dunkles zu segnen und zu bejahen.
Wir greifen diesen Impuls auf und tun dies. Sowohl Männer als auch Frauen.
Dies verändert schon etwas, aber die Versuchung, den scheinbar leichteren Weg der Verdrängung unserer Schatten zu gehen, ist noch im Raum.
Die Rolle unserer inneren Kind-Anteile
Es zeigen sich auch noch innere Kind-Anteile. Das abenteuerlustige und entdeckerfreudige Kind ist von Ego-Kräften und der Macht, die sich dort sammelt, sehr angezogen und verbindet sich innig damit, weil dort die Freiheit ist, nach der es strebt.
Das soziale, eher angepasste innere Kind zieht sich dagegen eher in eine Art Blase zurück.
Es geht darum, auch diese Kind-Anteile bei uns einen guten Platz zu geben. Die Wesen, die uns Menschen in der Entwicklung schon voraus sind,ermutigen uns noch einmal, uns ganz mit allen unseren Anteilen zu bejahen und damit auf eine höhere Stufe zu kommen.
Der nächste Schritt
Hier zeigt sich noch zum Schluss, dass es nötig ist, konkret auch das luziferisch-satanische Feld in der Menschheit anzuschauen. Wie ist unsere Beziehung dazu? Welche Rolle spielt es für uns und unsere Entwicklung? Wie kann es sich vielleicht in einer höheren, erlösten Ebene ausdrücken?
Dies werden wir in der nächsten Aufstellung fortführen.
Übung 1
Ich sehe mich selbst und meinen Seelenweg mit den Augen der göttlichen Liebe. Alles in mir, Lichtvolles und Dunkles, ist bejaht und akzeptiert und wertvoller Teil der Erfahrung des großen Ganzen.
Übung 2
Mir fällt im Alltag etwas Negatives auf - ein Konflikt bei Angehörigen, ein hässliches Gebäude, ein unstimmiges Verhalten, schlimme Nachrichten in den Medien etc. Jetzt gehe ich nicht in ein mentales Beurteilen oder in eine Ablenkung, sondern bleibe bei mir selbst und meinen Gefühlen. Welche Gefühle löst dies bei mir aus. Auch wenn sie unangenehm sind, bleibe ich bei ihnen. Sie zeigen, was hier bei mir selbst berührt ist und welchen Platz und welche Rolle ich dabei habe. Ich gebe den Gefühlen Raum und begleite sie mit bewusstem Atmen, bis sich die Gefühle verwandeln können und ich in eine Akzeptanz von mir selbst und der Welt um mich herum komme. Mit dieser Akzeptanz bin ich dann mit der göttlichen Akzeptanz verbunden, die die Dinge transformieren kann.