Eine andere lebensbejahende Kultur auf der Erde ist möglich. In ihr sind die Menschen mit sich selbst, mit dem Leben, der Erde und den spirituellen Dimensionen verbunden, männlich und weiblich begegnen sich auf Augenhöhe, Ich und Wir, Liebe und Freiheit ergänzen sich. Jeder ist in seiner eigenen Macht und Schöpferkraft und Macht behält sie bei sich.
In verschiedenen Aufstellungen haben sich für eine solche neue Kultur wichtige Bausteine gezeigt.
Der erste davon ist, dass wir uns mit unserem freien Ich entscheiden, mit uns selbst, mit dem Göttlichen in uns verbunden zu bleiben. Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass wir selbst Schöpfer aller unserer Erfahrungen sind.
Der zweite ist ein neues Beziehungsmodell zwischen Mann und Frau als Kern einer neuen Kultur, die nicht patriarchal oder matriarchal geprägt ist, sondern in der sich Mann und Frau, Männlich und Weiblich, in Freiheit und Verantwortung auf Augenhöhe begegnen.
Hier will ich auf einen weiteren Baustein eingehen: Dafür, dass Kinder bei der Inkarnation mit sich selbst, ihrer Lebendigkeit, ihren authentischen weiblichen und männlichen Qualitäten und ihrer großen Seele verbunden bleiben können, gibt es Dinge, die helfen. Ich möchte ein paar davon hier aufführen.
1. Elternschaft ist eine Berufung, die nicht jeder in jeder Inkarnation hat.
Es gibt Motive und Wege zur Elternschaft, die ungünstig sind. Z. B. den Mann oder die Frau an sich zu binden, die Frau zur Mutter zu machen, weil ein inneres Kind im Mann nach der Mutter sucht (auch weil im Patriarchat die große Mutter fehlt). Mutter werden, weil man glaubt, es gehöre zum Frausein dazu. Aus einer inneren Unklarheit heraus. Etc.
Ich bin in meiner Arbeit immer wieder Frauen auch in den Vorfahrenlinien begegnet, die zu Müttern wurden, aber eigentlich viel lieber und besser ein Leben ohne Kinder und Mutterschaft gelebt hätten.
Ein guter Raum für Kinder ist da, wenn Mann und Frau spüren, dass sie eine tiefe Freude darin spüren können, für Kinder verantwortlich da zu sein.
2. Vor einer beabsichtigten Zeugung ist eine Kontaktaufnahme mit der Seele, die bei einem Paar inkarnieren will, sinnvoll. Sie schafft ein Bewusstsein, dass es eine große Seele ist, die einen als Eltern ausgewählt hat. Als Eltern in spe diese Seele zu ehren, gibt ihr bei der Inkarnation den Raum, um mit dem inkarnierten Kind verbunden zu bleiben.
3. Im Zeugungsakt sollten Mann und Frau sich bewusst sein, dass sie sich selbst im anderen finden. Je mehr dabei die Kanäle und Räume zwischen den Dimensionen offen sind, desto verbundener mit der geistigen Welt und der Erde kann die inkarnierende Seele bei der Inkarnation bleiben. Hier kann ein tantrisches Feld oder eine vorherige systemische Aufstellung des Zeugungsaktes helfen, wenn ein Kinderwunsch da ist.
Schwangerschaft und Mutterschaft bringen ein tiefes Bedürfnis nach Versorgtsein, Geborgenheit und Sicherheit mit sich. Auch zwischen den Eltern entsteht durch ein gemeinsames Kind eine tiefe Verbundenheit.
Hier hat sich in vielen Aufstellungen als ganz und gar entscheidend gezeigt, dass das Ich in jedem, mit seinem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Freiheit, jetzt nicht nach außen oder in Felder von Macht und Dominanz abwandern muss, sondern in der Beziehung zwischen Mann und Frau ist und bleibt.
Der Schlüssel dafür ist, dass Mann, Frau und Kind ihre Sicherheit in sich selbst, in der Verbindung mit dem Göttlichen in ihnen und in ihrer eigenen Schöpferkraft finden. Fatal ist, wenn sie dies nicht tun und dies zuerst oder ausschließlich im Außen und beim Partner suchen. Das Ich mit seinem Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung wird dadurch ins Außen verdrängt, wo es viel Unheil anrichtet.
4. Während der Schwangerschaft
Hinter dem Patriarchat der Gegenwart steht ein kollektives Trauma des Männlichen, während 9 Monate schutz- und wehrlos den Gedanken, Gefühlen und Energien der Mutter bzw. der kollektiven, großen Mutter ausgeliefert zu sein, die das Männliche in sich nicht ehrt, ja es vielleicht ablehnt oder eine Wut auf es hat.
Damit Jungs und auch Mädchen die Zeit der Schwangerschaft positiv erfahren können, hilft es, wenn die Eltern die Seele des Kindes weiter tief ehren und damit in Kontakt sind, die Mutter einen offenen inneren Raum hält, der das Kind als Wesen mit eigenem Ich und Freiheit sieht und ehrt. Der Vater seine eigene Embryonalzeit heilt und innerlich gegenwärtig und in Kontakt mit dem Kind bleibt.